Nebel, Kälte und doch auch schön…

Draußen wird es kalt und ungemütlich. Hinter den Nebelschwaden kann man morgens und abends die Häuser und Bäume nur erahnen. Und doch blühen einzelne Gänseblümchen zwischen dem Herbstlaub. Da liegt das eine oder andere Federchen von einem Vogel, das mich wie ein Zeichen meines Schutzengels anmutet, der sagt: Ich bin schon da für dich.

Die Wildgänse fliegen in ihrer eigenen Formation dahin. Sie wissen, wohin der Weg geht. Das wissen nicht alle Menschen. Vertrauen…

Ich freue mich, dass ich in der finsteren und kalten Jahreszeit auch die schönen kleinen Dinge sehen kann. Dafür bin ich dankbar.

Herbst – Erinnerung an Urlaubstage

Wenn man wieder in den Alltag zurückgekehrt ist, müssen die Erinnerungen an die schönen und erholsamen Urlaubstage helfen, den „ganz normalen Wahnsinn“ durchzustehen… Aus der Abgehobenheit der freien Zeit wieder in die alltäglichen „Niederungen“ zu steigen, das fällt manchmal nicht leicht. Aber wer, wie die Maus Frederick aus dem Kinderbuch, „Farben“ gesammelt hat, kann sich noch länger daran erfreuen, die Fotos wieder hervorklicken und ein bisschen Urlaub Revue passieren lassen. „Weißt du noch?“

Lass dir an meiner Gnade genügen…

Gott kennt meine Schwäche. Wenn ich sie vor ihm zulasse, kann seine Stärke zum Zug kommen.

Gott, ich bin froh, dass du mich kennst und mich so liebst, wie ich bin, mit meinen starken und meinen schwachen Seiten. Und wenn ich manchmal schwach bin, wirkt deine Stärke in mir und ich darf sehen, wie du alles gut machst.

Nun kann ich mich auch meiner Schwachheit rühmen wie der heilige Apostel Paulus. (2 Kor 12,9) Ich darf dir meine Schwächen anvertrauen. So „trage ich meinen Mist auf den liebreichen Acker Christi“ (Johannes Tauler), damit sein Reich auch durch mich wachsen kann.

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Kraft schöpfen

Unsere Seele muss Kraft schöpfen, wenn sie in Hektik, Leistungszwang und vielen gegensätzlichen, oft verwirrenden Eindrücken zur Ruhe kommen will. Sonst verlieren wir die Fähigkeit, die Dinge mit ein wenig Distanz von „höhere Warte“ zu sehen, Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden. Nehmen wir uns Zeit für ein Atemholen in der Stille.

Benedikt Ambacher

Sankt Martin

Wir gratulieren allen Martins und Martinas zum Namenstag!

Der heilige Martin hatte Hände, die teilen. Betrachten wir unsere Hände. Welche Werkzeuge stellen sie dar? Schale, Becher, Rinne, Kamm, Klammer, Hammer, Zange, Waage, Fühler, Taster, Thermometer…

Meine Hände können wärmen, verweigern, schlagen, hinweisen, empfangen.

Sie können zur Faust geballt werden, Brücken bauen, aufgelegt werden, einander gereicht werden, gefaltet werden.

Forme aus deinen Händen eine große Schale. Diese Haltung vermittelt Offenheit und innere Bereitschaft. In deine Hand kann etwas gelegt werden. Alltäglich wirst du durch Worte, Zeichen, Berührungen beschenkt. Betrachte dein Leben als Geschenk und verschenke dich selbst dem,

der dich braucht, der nichts mehr vorweisen kann, der ausgelaugt ist, der sich einsam fühlt, der sich selbst Versager nennt, der…

Sei offen wie eine Schale!

Oktober

Alle Geschöpfe sind schön, weil sie so sind, wie sie sind;

alle spiegeln sie irgendwo die Herrlichkeit des Schöpfers.

Wenn du unufrieden bist mit dir, mit deinem Schicksal und dich beklagst bei deinem Schöpfer, hast du deine Gutheit noch nicht entdeckt.

ER kennt dich ganz – besser als du selbst.

Es ist gut, dass es dich gibt, dass du bist, wie du bist,

sonst hätte ER dich nicht erschaffen.

(Elmar Gruber)

Auf dem Weg zum Himmel…

Es waren einmal viele Tiere auf dem Weg zum Himmel. Ein Weiser mit dem gleichen Ziele schloss sich ihnen an und frug sie der Reihe nach nach ihrem Leben.

Da zählte ein Fuchs seine Abenteuer auf, ein Eichhörnchen berichtete von seinem beweglichen Dasein, ein Hahn tat sich groß mit seinen Pflichten, ein Regenwurm murmelte dunkle Dinge und ein Floh wusste viel Menschliches.

Als es aber an der Eidechse war zu reden, schwieg sie.

Der Weise wartete, die Eidechse schwieg, der Weise gab ihr gute Worte, die Eidechse schwieg. Der Weise bot seine ganze Weisheit auf, die Eidechse schwieg noch immer.

Schließlich, als sie schon dem Himmel nahe waren, züngelte sie ein bisschen, blinzelte einmal und sagte:

„Ich habe mich gesonnt.“

(Hellmut von Cube)

Religiös sein…

…heißt nicht unklug, engstirnig, eitel, ängstlich, antriebslos, feige, fortschrittsfeindlich, gönnerhaft, selbstgerecht, makellos, rührselig, harmlos, einfallslos, erstarrt.

Religiös denkt, wer gründlich denkt. Wer bis zum Grund zu denken wagt, wird Gott entdecken können.

von Martin Gutl (aus „Frühschicht – Spätschicht“, Manfred Frigger, Herder-Verlag)

Der Heilige Geist ist bunt…

Der Heilige Geist ist ein bunter Vogel. Er ist da, wo einer den anderen trägt.Der Heilige Geist ist da, wo die Welt bunt ist, wo das Denken bunt ist, wo das Denken und Reden und Leben gut ist. Der Heilige Geist lässt sich nicht einsperren in katholische Käfige, nicht in evangelische Käfige. Der Heilige Geist ist spontan, ist bunt, sehr bunt, und er duldet keine Uniformen. Er liebt die Phantasie, er liebt das Unberechenbare, er ist selbst unberechenbar.

Von Wilhelm Willms